08. Juni 2020

Allein allein, daheim daheim

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Seit knapp einem Monat arbeite ich bei GARAIO – bisher nur im Homeoffice. Gedanken über Vor- und Nachteile, die Gegenwart und die Zukunft.  

Als ich im Februar nach einem ersten, sehr positiven Vorstellungsgespräch die GARAIO-Residenz verlassen habe, freute ich mich schon darauf, diese fünf Minuten vom Bahnhof Bern in Zukunft hoffentlich häufiger unter die Füsse nehmen zu dürfen. Drei Monate und einen Vertrag später sitze ich an meinem Schreibtisch zuhause und tippe einsam diese Zeilen. In Bern war ich schon länger nicht mehr, weder am Bahnhof noch im GARAIO-Universum. Die einzige schillernde Ausnahme: Mein erster Arbeitstag. Zu diesem Anlass liess ich es mir zusammen mit vier weiteren Neulingen nicht nehmen, mein Büro physisch zu begrüssen. Menschen begrüssen erwies sich da schon als schwieriger, denn: Die meisten meiner neuen Kollegen sassen mit Jogginghosen, Bart und Haustieren bestens ausgerüstet in ihrem Wohnzimmer und versuchten, Kindergelächter, Baulärm oder Hundegebell auszublenden und sich mit voller Konzentration dem laufenden Videocall zu widmen. So stellte ich mir das jedenfalls vor. Die Realität sieht natürlich ganz anders aus: Im Arbeitszimmer abgeschottet und voller intrinsischer Motivation entfällt das meiste Geplauder mit den Bürogspändli, dadurch arbeiten die GARAIANER nur noch fokussierter und effizienter.

Sonnen- und Schattenseiten

Seit diesem Tag in Bern ist mein Arbeitsalltag um rund eine Stunde tägliches Pendeln ärmer, dafür um umfassende Erfahrungen mit Videocalls und regelmässige Mikropausen mit den ebenfalls im Homeoffice waltenden Mitbewohner reicher. Ich bin wahnsinnig flexibel, der Arbeit auf dem Balkon steht nichts im Weg und dank gut genutzten Kommunikationskanälen weiss ich auch immer, was gerade ansteht. Ich schätze das Vertrauen, das mir entgegengebracht wird; mag die erhöhte Selbständigkeit, die jetzt meinen Alltag prägt.

Neben diesen Vorteilen hat das Homeoffice vor allem einen gewichtigen Nachteil: Ich konnte meine Kollegen bisher wenig bis gar nicht Face-to-Face erleben. Inspirierende Gespräche am Kaffeeautomaten gehören so der Vergangenheit an. Gerade als Neuling in einem Unternehmen ist dieser Punkt zentral. Das Professionelle ist gar kein Problem, das Zwischenmenschliche funktioniert auch, aber es ist ganz klar eine Herausforderung. Diese Herausforderung lässt sich aber auch meistern: Regelmässige, transparente Kommunikation und eine offene Unternehmenskultur sind dabei wichtige Bestandteile. Ganz ersetzt werden kann aber der persönliche Kontakt auch mit den besten technologischen Mitteln nicht. So sind beispielsweise die non-verbalen Aspekte der Kommunikation im Videocall gedämpft. Was auch hilft ist die Vorfreude auf zahlreiche Aperos, an denen das Verlorene nachgeholt werden wird.

Trennung zwischen Arbeit und Freizeit wankt

Ein weiterer potenzieller Nachteil ist die viel zitierte, einigen schon fast heilige Mauer zwischen Beruf und Freizeit, die durch das Arbeiten im Homeoffice bedenklich ins Wanken gerät. Genau das kann aber auch eine Chance sein, Familie und Beruf besser in Einklang zu bringen. Ob ich es schaffe, die Vermischung von Beruf und Freizeit positiv zu gestalten und nicht in eine ungesunde Form abzudriften, entscheide ich mit meiner Einstellung selbst. Aktuell nehme ich dieses durch verstärkte Arbeit im Homeoffice Work-Life-Blending eher als Chance wahr.

Die wichtigste Frage bei allen diesen Vor- und Nachteilen ist die: Was wiegt schwerer? Ist es die gewonnene Flexibilität oder die fehlende spontane Kommunikation im Büro? Ich kann mir aktuell nicht vorstellen, dauerhaft im Homeoffice zu arbeiten und freue mich darauf, meine neuen Kollegen auch noch im realen Leben kennenzulernen; gleichzeitig werde ich die Flexibilität und der non-existente Pendlerstress des Homeoffice-Alltags vermissen.

Könnten Sie sich vorstellen, dauerhaft im Homeoffice zu arbeiten?

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