Die Strategie der kleinen Schritte...

oder anders formuliert: Wie vermeide ich die TOP Fehler? Hier eine (kleine) Zusammenfassung der am meist genannten Fehler bei der strategischen Planung einer (neuen) E-Commerce Lösung. Von der All-Inclusive-Lösung bis zur unflexiblen resp. technologischen Wahl ist alles dabei!

Einer der meist genannten Fehler in Studien oder von Kunden eingestanden, ist die (hartnäckige) Umsetzung einer «all-inclusive» Lösung. Das heisst, man ist auf den Geschmack gekommen und will nun gleich alles auf einmal einführen – von der Self-Service-Plattform, zum Konfigurator oder personalisierten Angeboten, Abo-Angeboten oder gar bis hin zu Social Commerce Lösungen. Doch wie sieht es mit dem Personal, der Infrastruktur und den internen Prozessen aus? Ist die ganze Wertschöpfungskette denn überhaupt parat für einen solchen Wandel? Und finden das die Kunden übrigens auch cool?

Um erfolgreich zu werden resp. zu sein, ist eine «Strategie der kleinen Schritte» zu empfehlen. Wobei heute das Wort «agil» noch eingeschoben werden muss – also folglich die «Strategie der kleinen agilen Schritte». In der Regel werden die gewünschten Anforderungen in einem Kreativworkshop zusammen erarbeitet und besprochen. Nun ist es sinnvoll diese Wünsche auf drei Jahre (digitale Roadmap) zu verteilen, unter Berücksichtigung der berühmten drei Kriterien MUST HAVE, SHOULD HAVE und NICE TO HAVE. Niemand kann alles auf einmal umsetzten, ansonsten wird einer der erwähnten Punkte massiv vernachlässigt. Mit dieser Übersicht verliert man einerseits das Big Picture nicht aus den Augen und andererseits weiss jeder was bis wann umgesetzt wird. Ein schöner Nebeneffekt für den CFO ist auch klare Kostenstruktur. Auch findet der Kunde es spannender, wenn immer neue Leistungen oder Services dazu kommen.

Ich empfehle zudem einen «digitalen Parkplatz» zu kreieren, auf welchem alle anderen tollen und interessanten Ideen aufgeschrieben werden. Denn während dem Projekt gibt es immer wieder neue kreative Ansätze, welche noch berücksichtigt und (angeblich) unentbehrlich sind. Doch braucht es wirklich alles auf einmal oder können eben genau diese Ideen nicht auf den Parkplatz warten? Als Beispiel hatten wir während einem Workshop plötzlich die Idee, das passende Zubehör mit einem 3D Drucker auszudrucken. Und plötzlich hatten wir die ganzen Lager- und Logistiksorgen gelöst und erst noch die stationären Geschäfte mit der Abholung gefördert. Diese Idee war auf keinem 3 Jahresplan zu finden, ABER stellte sich als wichtiger strategischer Punkt auf dem «Parkplatz» dar.

Wird alles auf einmal in den Topf getan, wird das Projekt zudem unübersichtlich und führt bei der Offertbesprechung der verschiedenen Anbieter mehrheitlich bei den Beteiligten zu einem (virtuellen) Schock. Meistens wird dann restriktiv gestrichen und plötzlich werden die wertvollen Ansätze wieder hinfällig. Damit diese gegenseitige Enttäuschung nicht so heftig eintrifft, hilft eben dieser «digitale Parkplatz».

Ein weiterer Fehler ist die Wahl einer unflexiblen, technologischen Basis. Und dies obwohl die Anforderungen eigentlich bekannt waren (sogar auf drei Jahre verteilt). Hier kommt oft noch eine unvollständige oder sehr teure Integration der bestehenden Software an die Umsysteme dazu. Und von den lieben unterschiedlichen Datenformate bei der Systemanbindung wollen wir ja noch nicht sprechen. Hier ist eine optimale Mischung aus einer Standardlösung und kompletten Eigenentwicklung sicher der Weg zum Ziel. Oder wie war das mit der Skalierbarkeit?

Wenn Sie sich wiedererkennen oder wenn Sie das Thema interessiert, dann freuen wir uns auf Ihre Anregungen, Bemerkungen oder Ergänzungen.